Wir versuchen mit unseren Worten die Gefühle in uns zu beschreiben, sie greifbar zu machen, doch alles was wir tun können, ist sie zu einem kleinen Teil von uns zu legen, weil das Denken zu komplex ist, um es verständlich zu machen. Viele Tagen vergehen und wir laufen ihnen hinterher. Wir fallen und stehen auf - immer wieder in einer Dauerschleife. Der Grat zwischen Melancholie und Euphorie ist zu schmal, um ihn einschätzen zu können und von einer Sekunde zur nächsten können unsere Emotionen überlaufen. Erst tummeln sich überschüssige Endorphine in uns und unser Lebensmut lässt uns über den Dingen schweben, plötzlich fallen wir wieder auf den Boden der Realität zurück, stoßen jedoch zu hart auf und nehmen alles um uns verschwommen wahr, machen das grau zum schwarz und unsere Sichtweise verfinstert sich. Das Leben ist nicht definierbar, weil wir trotz all unserer wissenschaftlichen Fakten am Ende nichts wissen. Es ist nicht messbar, wie viel Zeit uns bleibt, nicht durchschaubar, was danach auf uns wartet. Es ist nur ein Spiel, um das wir uns zu viele Gedanken machen.
"Was sind 70 Jahre Lebenszeit verglichen mit der Ewigkeit? Wozu Geld und Autos, wenn am Ende nur die Seele bleibt?" (Kollegah - Sommer) Es ist wahr, unsere Existenz ist nicht von Dauer und wir genießen zu wenig davon. Auch wenn wir versuchen, unserem Spiegelbild tagtäglich Optmismus einreden, verfallen wir im Laufe der vergehenden vierundzwanzig Stunden wieder zurück in den alten Trott, wenn wir nicht sorgsam darauf achten, was wir wirklich benötigen. Das gesamte System ist schon lange zerbrochen, weil die Arroganz unserer Spezies gesiegt hat. Wir halten uns für intelligent, glauben alles erklären zu können, doch dem ist nicht so, denn wenn wir uns umsehen, sehen wir wie sich der Egoismus durch unser Zeitalter frisst, wie ein Virus. Wir umgeben uns mit materiellem Wert und vergessen den Sinn hinter all unseren menschlichen Werten. Zu viele Menschen sind innerlich zerstört, weil wir alle versagt haben. Wir sind gefallen, doch wollen es nicht zugeben. Egal wie es endet, man kann kaum noch stolz darauf sein, wie sich alles entwickelt hat, weil wir nicht allwissend sind und es auch niemals sein werden. In unserem Ehrgeiz übersehen wir, dass all die Dinge, denen wir so viel Wert beimessen, morgen schon nicht mehr existieren könnten. Was würde dann passieren? Dann müssten wir uns auf die Natur zurückbesinnen, würden die Augen wieder öffnen für das wahre Leben und die Liebe dazu wiederentdecken. Doch niemand will seine Augen öffnen, weil alle nur blind mit dem Strom schwimmen.
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