Donnerstag, 23. November 2017
Spiegelbildgespräche.
Das Licht bricht. Es bricht in deinen Augen, du zerbrichst vor meinen Augen. Regenbogenfarben auf deinen Wangen, die Schönheit des Leidens rinnt herab und tropft auf den Boden - Regenbogenexplosion. Doch es bleibt nur ein nasser Fleck, keine Farben, keine Schönheit, nur das Leid. Die Sonne geht unter, in deinen Augen ist Nacht. Schwarze Pupillen, so tief und leer. Sie sagen, die Augen seien der Spiegel deiner Seele. Doch du bist nicht leer, nur ausgebrannt. In dir ist Asche, erstickst fast daran. Bist weggelaufen vor dir selbst, hast alles hinter dir verbrannt, damit die Vergangenheit nicht mehr das Heute definiert, doch jetzt zerfällt alles in dir zu Staub. Kannst nicht mehr weglaufen, denn Asche kannst du nicht hinter dir verbrennen. Doch auch auf Asche kann Leben wachsen, ein kleines zartes Pflänzchen, eine allerletzte Chance. Und dann weißt du, weglaufen ist keine Option mehr.
Mittwoch, 11. Oktober 2017
3Uhr-morgens-Hausflur-Monster.
Der Stundenzeiger läuft in Sekundentakt, Zifferblatt verblasst. All die Pläne, die auf ewig nur Gedanken bleiben und all die Ziele, die in Wahrheit nur Illusionen sind, sind nicht zu finden auf dem Zifferblatt. Sie bleiben auf der Strecke, ohne jemals auf der Strecke gewesen zu sein. Wofür leben wir? Vielleicht nur um zu atmen. Wollen die Welt retten, wollen die Ewigkeit und ewig sein. Am Ende sind wir nur ein kleines Licht, das langsam verglüht und nichts von uns bleibt, zumindest nicht ewig.
Samstag, 9. September 2017
Verblasstes Polaroid.
Es ist perfekt, es ist schön. Wir lachen über die alten Geschichten, das was mal war, aber dann ist sie da, diese tiefe Melancholie, einfach so. Eine festsitzende Trauer, denn wir schreiben keine Geschichten mehr. - Altes Feuer, alte Luft. Eingeatmet, ausgespuckt. Mein tränenüberströmtes, lächelndes Gesicht, ihr seid so dunkel und doch mein Licht. Die verblassten Fotos, Kinderzeit, wir denken jung, doch handeln alt. Blick auf die Uhr, immer nur dieses Blicken auf die Uhr, bereits ein Abschied nach dem obligatorischen Begrüßungsküsschen. Wir gehen zur selben Zeit, die vor Jahren erst der Anfang war. Dieser von uns selbst kreiert Stress, immer nur dieser Stress, denn es gibt so viel zu tun, oder auch nicht?
Dienstag, 18. Juli 2017
Wann haben wir uns verloren?
Schau uns an, wir haben uns verkauft. Wir haben uns aufgegeben, doch sag mir, wofür? Für ein paar Quadratmeter Sicherheit, ein Leben im Konsum. Das sind nicht wir, wir sind Freiheit, wir sind grenzenlos, doch wir legen uns selbst in Ketten. Sieh uns an, wir haben unsere Träume verraten. Alles was uns glücklich macht haben wir aufgegeben für ein bisschen Geld, das Gefühl, etwas solides zu tun. Nun stehen wir da, jeden Tag und verkaufen uns mit jeder einzelnen Sekunde ein Stückchen mehr. Aber ich habe meine Stimme wieder und sie schreit in mir, sie macht mich taub. Wir sind schwach geworden, dabei sind wir so stark. Wir sind so voller Leben, voller Träume, voller Hoffnung. So wie es ist, ist keine Option mehr, habe die Grenze erreicht. Was ist all das hier schon wert, wenn wir nicht mehr wir sind, sag mir was? Lass uns frei sein, lass uns wir sein, lass uns Träume leben und nicht nur bei Nacht in ihnen versinken.
Sonntag, 16. Juli 2017
Willkommen beim Maskenball.
Weil wir spekulieren und diskutieren. Ja, wir gestikulieren um zu überspielen, dass wir pauschalisieren und uns verbarrikadieren. Wir setzen ein Zeichen, nur um zu erreichen, dass keiner hier sieht, wie sehr wir doch Zweifeln an uns und dem Leben, an unsren eigenen Worten.
Und ja wir probieren uns nicht zu verlieren in unseren Phrasen und unseren Taten und unserer Schwäche, doch wir ignorieren, dass wir immer verlieren wenn wir uns selbst ignorieren und komplett überspielen.
Die Lügen verschwimmen vor unseren Augen doch wir wollen sie glauben, wir wollen sie leben, denn wir sind nicht zufrieden, sind niemals zufrieden, mit dem was wir haben und dem was wir sind, wir alle sind nur ein Sandkorn im Wind. Wir lassen uns treiben durch Wiesen und Felder, durch dreckige Gassen und wie sehr wir es auch hassen, wir ändern es nicht. Denn wir sind nicht allein, wir alle sind gleich, wir spielen unsere Rolle, vielleicht muss es so sein.
Und ja wir probieren uns nicht zu verlieren in unseren Phrasen und unseren Taten und unserer Schwäche, doch wir ignorieren, dass wir immer verlieren wenn wir uns selbst ignorieren und komplett überspielen.
Die Lügen verschwimmen vor unseren Augen doch wir wollen sie glauben, wir wollen sie leben, denn wir sind nicht zufrieden, sind niemals zufrieden, mit dem was wir haben und dem was wir sind, wir alle sind nur ein Sandkorn im Wind. Wir lassen uns treiben durch Wiesen und Felder, durch dreckige Gassen und wie sehr wir es auch hassen, wir ändern es nicht. Denn wir sind nicht allein, wir alle sind gleich, wir spielen unsere Rolle, vielleicht muss es so sein.
Donnerstag, 13. Juli 2017
Wut- und Hassgeschichten.
Wir haben zugelassen, dass alles aus der Bahn gerät, haben gedankenlos konsumiert und währenddessen weltverbessernd daher geredet.
- Du hast beim Shoppingtrip durch den Primark darüber philosophiert, wie grausam die Ausbeutung zahlreicher Menschen toleriert und gefördert wird, hast an deinem Nestlewasser genippt und dich darüber aufgeregt, dass ein Kind auf deine strahlend weißen Adidasschuhe getreten ist und einen Schuhabdruck darauf hinterlassen hat. Du hast die Augen geschlossen, denn du hältst dich an die Spielregeln der Sonderedition Monopoly "Alltag".
Du verurteilst Menschen wegen ihrer Kultur, Hautfarbe oder Sprache, forderst aber Gleichberechtigung, die dir selbst Nutzen bringt. All das rechtfertigst du dann mit weit hergeholten Ängsten und Sorgen, tarnst den Rassismus unter dem Deckmantel des Selbstschutzes. Wohlgenährt sitzt du vor dem Fernseher, in dem die Tagesschau über Gewalt und Hass berichtet und überlegst angestrengt, ob du lieber einen Joghurt oder ein Stück Schokolade zum Nachtisch essen möchtest, ach egal, einfach beides! Bei einem kurzen Blick auf die Glotze bleibt dir dann die halbe Tüte Chips im Hals stecken und du spuckst empört die Krümel auf die weiße Ledercouch, weil ein Migrant mit einem Mobiltelefon gezeigt wird. Und du denkst, es gibt noch mehr von ihnen und sie alle sind nur hier, um dich auszubeuten, dich allein. Aber du bist kein Rassist, nein, denn es geht ja nicht um deinen Nachbarn aus dem Iran, deine Schwägerin aus der Türkei, den Postboten aus Syrien oder deine bulgarische Putzfrau, es geht dir nur um die, die gefährlich sind und für dich ist jeder potentiell gefährlich, den du nicht kennst. Du bist nicht intolerant, du hast nur deinen Standpunkt und sowieso bildest du dich jeden Tag weiter mit der BILD und schaust erschüttert dabei zu, wie dein Land sich hinrichtet. Doch was du nicht siehst, ist, dass du es bist, der mit einer Waffe auf die Welt zielt. Was wir nicht sehen, ist, dass wir alle mit Waffen auf die Welt zielen. Der Hass, geschürt durch die Angst vor Terrorismus, ist der Keil der zwischen uns alle getrieben wird. Wir wollen den Terrorismus bekämpfen, spielen den Organisationen aber in die Karten, weil wir auf unsere eigenen Leute schießen. Aber jetzt ist es spät, schon 20:15 Uhr, gleich lenkst du dich ab mit der Komödie zur Primetime, also musst du leider alle Gedankengänge unterbrechen und eigentlich bringt es ja eh nichts, denkst du dir, denn man kann ja eh nichts ändern, denn so sind nunmal die Spielregeln und an die hältst du dich.
- Du hast beim Shoppingtrip durch den Primark darüber philosophiert, wie grausam die Ausbeutung zahlreicher Menschen toleriert und gefördert wird, hast an deinem Nestlewasser genippt und dich darüber aufgeregt, dass ein Kind auf deine strahlend weißen Adidasschuhe getreten ist und einen Schuhabdruck darauf hinterlassen hat. Du hast die Augen geschlossen, denn du hältst dich an die Spielregeln der Sonderedition Monopoly "Alltag".
Du verurteilst Menschen wegen ihrer Kultur, Hautfarbe oder Sprache, forderst aber Gleichberechtigung, die dir selbst Nutzen bringt. All das rechtfertigst du dann mit weit hergeholten Ängsten und Sorgen, tarnst den Rassismus unter dem Deckmantel des Selbstschutzes. Wohlgenährt sitzt du vor dem Fernseher, in dem die Tagesschau über Gewalt und Hass berichtet und überlegst angestrengt, ob du lieber einen Joghurt oder ein Stück Schokolade zum Nachtisch essen möchtest, ach egal, einfach beides! Bei einem kurzen Blick auf die Glotze bleibt dir dann die halbe Tüte Chips im Hals stecken und du spuckst empört die Krümel auf die weiße Ledercouch, weil ein Migrant mit einem Mobiltelefon gezeigt wird. Und du denkst, es gibt noch mehr von ihnen und sie alle sind nur hier, um dich auszubeuten, dich allein. Aber du bist kein Rassist, nein, denn es geht ja nicht um deinen Nachbarn aus dem Iran, deine Schwägerin aus der Türkei, den Postboten aus Syrien oder deine bulgarische Putzfrau, es geht dir nur um die, die gefährlich sind und für dich ist jeder potentiell gefährlich, den du nicht kennst. Du bist nicht intolerant, du hast nur deinen Standpunkt und sowieso bildest du dich jeden Tag weiter mit der BILD und schaust erschüttert dabei zu, wie dein Land sich hinrichtet. Doch was du nicht siehst, ist, dass du es bist, der mit einer Waffe auf die Welt zielt. Was wir nicht sehen, ist, dass wir alle mit Waffen auf die Welt zielen. Der Hass, geschürt durch die Angst vor Terrorismus, ist der Keil der zwischen uns alle getrieben wird. Wir wollen den Terrorismus bekämpfen, spielen den Organisationen aber in die Karten, weil wir auf unsere eigenen Leute schießen. Aber jetzt ist es spät, schon 20:15 Uhr, gleich lenkst du dich ab mit der Komödie zur Primetime, also musst du leider alle Gedankengänge unterbrechen und eigentlich bringt es ja eh nichts, denkst du dir, denn man kann ja eh nichts ändern, denn so sind nunmal die Spielregeln und an die hältst du dich.
Freitag, 7. Juli 2017
Klingt melancholisch, ist aber so.
Manchmal ist alles um uns herum ein riesiger Irrgarten. Ich laufe durch die Gänge meines Lebens, lande vor zahlreichen meterhohen Hecken, drehe um, finde neue Wege und wieder neue Sackgassen. Die Kippen auf dem Boden sind die abgebrannte Vergangenheit, weisen mir den Weg wie Brotkrümel im Märchenwald. Ich verliere mich im Irrgarten, verliere mich in mir selbst. An jeder neuen Kreuzung steht eine Entscheidung, doch ich weiß nicht wer ich bin, kenne mein Ziel nicht, also ist der Weg am Ende egal. Selbst wenn der Ausweg vor mir liegt, woher weiß ich dann, dass er es ist? Vielleicht ist auch der Ausweg die Antwort, oder der Weg dorthin, doch wie lange dauert es bis da hin? Wenn das ganze Leben eine endlose Suche nach sich selbst bedeutet, ist der einzige Ausweg, nicht danach zu suchen und bis zum Schluss ständig eine neue Maske aufzusetzen. Scheitern ist nicht Möglich, denn lediglich die Rolle die wir spielen wird durch eine neue ersetzt. Wir cheaten durch das Labyrinth, schneiden Löcher in die Hecken und laufen, wir laufen so schnell wir können und beginnen wieder von vorn, bis nichts mehr übrig bleibt. Doch was bleibt dann noch? Schachmatt.
Donnerstag, 12. Januar 2017
Schneewolkengedanken.
Bin Alltagskrank, verloren im "Was will ich sein?". "Wo soll ich hin" möchte ich schreien, doch Schreien hat genauso wenig Sinn, wie immer wieder diese Fragen, die mich quälen und mich plagen, die mich jagen in den Träumen, die ich habe, um das Leben nicht zu versäumen. Doch in diesen kalten Räumen fange ich nicht an zu leben, nur zu diskutieren, ob es sich lohnt, oder besser alles bleibt wie gewohnt.
Hab kein zu Hause, das ist überall, mein Herz gehört der Welt. Alltagspause.
Meine Seele ist gefesselt an das Leben, an die Freiheit, an das Grenzenübertreten und die Zeitlosigkeit. Will weit hinaus, und ausprobieren, was die Dunkelheit des Alltags so versteckt.
Kilometerweit entfernt bemerken wir, dass alles was wir glaubten, was uns unsre Nerven raubte, noch banaler ist, als unsre Existenz.
Du hast Angst vor der Welt, vor den Menschen, die sind wie du und ich?
Vor den Menschen, mit demselben lachen,
denselben Tränen,
denselben Träumen,
derselben Hoffnung?
Hast du dann auch Angst vor dir selbst?
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