Wir trinken um zu kompensieren, lachen um zu funktionieren. Keiner will mehr echt sein, nur noch ein Spiegel der Gesellschaft, doch das ist falsch und wir verrennen uns im Nichts dabei. Seelenlose Körper schweben durch die dunkle Nacht, wir sind nur Silhouetten ohne Ziel, ohne Verstand. Wir brauchen einen Plan, ohne ständig nachzudenken, ohne Kummer, ohne Schmerz. Auf der Suche nach der Freiheit bauen wir Mauern um uns selbst und versinken in der Einsamkeit. Alles was wir wollen, unsere Wünsche, unsre Träume, wir verpassen sie mit Absicht, um ein Teil des Trends zu sein. Wir müssen diese Ketten sprengen, uns von den Zwängen lösen, denn der Abgrund ist nur einen Schritt entfernt. Wir beginnen erst am Ende und dann trauern wir den verlorenen Augenblicken hinterher, nur weil es jeder tut. Es wäre klug, sich abzuwenden und endlich zu beginnen, die verflogenen Momente einzufangen. Während wir uns selbst bemitleiden, zieht auch die letzte Chance vorbei. Jeder sagt, er wäre anders, so besonders, kultiviert, doch diese Lügen sind auf dünnem Eis gebaut. Wir wollen zerbrechen, um zu zeigen, wie gut wir wieder aufstehen können, doch lange geht das nicht gut, denn irgendwann glauben wir wirklich, dass ein Monster in uns wohnt. Es könnte besser laufen, doch es reizt uns zu sehr jede Brücke in Richtung Zukunft zu zersprengen, weil wir Umwege brauchen, um sagen zu können, wir hätten viel erlebt, doch das haben wir nicht. Es ist die Angst, nur Standard zu sein, doch das ist niemand, wenn wir nur alle wir selbst wären. Individualität zeichnet sich nicht aus durch möglichst viele Narben, denn wenn wir wirklich Schmerz empfinden, denken wir nicht daran, ihn als Statement zu benutzen. Wir müssen echt sein. Es darf nicht peinlich sein, sein Glück zu leben, selbst wenn wir allein, vor Freude schreiend durch die Gassen tanzen, anstatt all die Momente zu verpassen. Wenn wir unser Inneres verschließen und nur Hüllen durch den Alltag hetzen, laufen wir weiterhin am Leben vorbei, bis es dann endet. Ist das wirklich der Sinn?