Mittwoch, 25. Juni 2014

Realitätsblind.

"Viele Freunde sind verliebt darin,
verliebt zu sein."
(Prinz Pi - Glück)

Wollen das, was wir nicht haben und verrennen uns in Träumen. Wir streunen durch die Straßen, auf der Suche nach dem Prinzen, den wir eigentlich nicht wollen. Es geht oft um den Besitz, viel zu sehr nur um das Wollen. Wir verpassen den Zufall, weil wir krampfhaft danach streben, das Ideal in unserem Bett zu haben. Doch je mehr wir darum kämpfen, ja umso mehr wir uns bemühen, vergeht das wahre Leben und wir ärgern uns danach. Es ist nicht wie im Märchen, es gibt kein weißes Pferd. Vermeidbare Fehler rauben uns die Freiheit, das reale Glück zu spüren. Wir lieben, weil wir wollen und nicht weil es passiert. Wenn wir die Illusion bemerken, ist es leider schon zu spät und dann versinken wir in Kummer, weil wir glücklich sein wollten und uns für diesen Traum selbst belogen haben.

Dienstag, 17. Juni 2014

Das Monster unter meinem Bett warst du.

Wenn das Herz ausrastet und so schnell schlägt, dass man es kaum noch spürt, wenn alles still um mich wird, wenn plötzlich keine Farben mehr existieren, dann ist mein Kopf bei dir. Die kleinste Erinnerung, dieser Schubs in Richtung Vergangenheit, in dein Bett, in deinen Arm, in dein Herz, sie zerschmettert meine mühsam errichtete Schutzmauer. Trittst alles ein, was ich zum Vergessen benötige. Mit dem Versuch, mir nicht weh zu tun, zerschlitzt du meinen Stolz und meine Würde. Muss es einsehen, es verstehen, du bist ein schwarzes Loch für mich. Ziehst mich nur in einen Strudel aus Selbstzweifel und Depression, ein Horrortrip, den nicht einmal du mehr wert bist. Raubst mir Atem und Verstand, doch ich kann nicht weiter blind sein, kann nicht mehr gebückt laufen, weil ich wegrennen muss vor all deinen Lügen. Stürze mich in Wahnvorstellungen, um zu glauben, du wärst Geschichte, doch die Realität erinnert mich, dass ich dich nicht ersetzen kann, ich muss dich gänzlich streichen. Brauche neue Inspiration, einen neuen Rausch, du machst mich schon zu lange monoton. Werfe jetzt alle Fesseln ab, die mich noch binden. Hast mein Leben verhindert, ohne es zu wollen und mich doch dazu gezwungen mit deinem flehenden Blick. Während du mich immer mehr verletzt, werde ich stärker, um einen neuen Weg einzuschlagen. Du warst erst Sonne, dann tiefschwarze Nacht und jetzt ist es an der Zeit, einen neuen Tag zu beginnen - ohne dich.

Samstag, 7. Juni 2014

"Trink auf uns, doch trink allein." (Pi - asoziale Kontakte)

"Wenn Freunde nicht mehr sind, was sie mal waren,
wenn sie dir nichts mehr geben, vergiss ihre Namen.
Lieber Hass als gespielte Liebe,
ist alles was wir fühlen eine Lüge?
Es wird Zeit zu gehn."
(Onkelz - Zeit zu gehn)

Manchmal fühlen wir uns in einer einst vertauten Umgebung so fremd, als hätte sich schlagartig etwas in unserem Leben geändert, obwohl alles scheinbar gleich geblieben ist. Partiell veränderte Kleinigkeiten sammeln sich zu einem großen Klumpen an, der uns schlagartig überrollt, wenn wir seine Existenz bemerken. Diese sogenannten "Hymnen unserer Jugend" lösen Leere in uns aus. Wir haben gelacht und unser Leben gefeiert, doch uns bleiben lediglich Erinnerungen, die nie wieder Realität sein werden. Das allgegenwärtige Grau verschlingt die Farben, die uns mal zum leuchten brachten und wir brauchen ein paar neue Graffitidosen, um uns wieder bunt zu malen. Wenn die alten Lieder uns in tiefe Melancholie ziehen, suchen wir verzweifelt neue Songs im Radio, die uns wieder so glücklich machen. Auf der Suche nach der Vergangenheit, verpassen wir dann das Hier und Jetzt und wundern uns, weshalb unser Leben nur an uns vorbeigezogen ist. Wir müssen das ändern, es stoppen, diesen Hang zu Trauer und Melancholie. Sehnen uns am Ende nur nach Geborgenheit und Liebe, doch wir scheitern viel zu oft und es fehlt anschließend an Motivation, uns wieder hoch zu hangeln. Begehen immer die fatalsten Fehler, bei dem Versuch, alles richtig zu machen. Es wird nie alles perfekt sein, damit müssen wir uns abfinden und weiterlaufen, bis zu dem Punkt, an dem die Sonne mit gepackten Koffern vor unserem Herzen steht und um Einlass bittet. Wir müssen sie nur noch hinein lassen und genau dann sind wir bei uns selbst angekommen.

Montag, 2. Juni 2014

Schattenstadt

Wir trinken um zu kompensieren, lachen um zu funktionieren. Keiner will mehr echt sein, nur noch ein Spiegel der Gesellschaft, doch das ist falsch und wir verrennen uns im Nichts dabei. Seelenlose Körper schweben durch die dunkle Nacht, wir sind nur Silhouetten ohne Ziel, ohne Verstand. Wir brauchen einen Plan, ohne ständig nachzudenken, ohne Kummer, ohne Schmerz. Auf der Suche nach der Freiheit bauen wir Mauern um uns selbst und versinken in der Einsamkeit. Alles was wir wollen, unsere Wünsche, unsre Träume, wir verpassen sie mit Absicht, um ein Teil des Trends zu sein. Wir müssen diese Ketten sprengen, uns von den Zwängen lösen, denn der Abgrund ist nur einen Schritt entfernt. Wir beginnen erst am Ende und dann trauern wir den verlorenen Augenblicken hinterher, nur weil es jeder tut. Es wäre klug, sich abzuwenden und endlich zu beginnen, die verflogenen Momente einzufangen. Während wir uns selbst bemitleiden, zieht auch die letzte Chance vorbei. Jeder sagt, er wäre anders, so besonders, kultiviert, doch diese Lügen sind auf dünnem Eis gebaut. Wir wollen zerbrechen, um zu zeigen, wie gut wir wieder aufstehen können, doch lange geht das nicht gut, denn irgendwann glauben wir wirklich, dass ein Monster in uns wohnt. Es könnte besser laufen, doch es reizt uns zu sehr jede Brücke in Richtung Zukunft zu zersprengen, weil wir Umwege brauchen, um sagen zu können, wir hätten viel erlebt, doch das haben wir nicht. Es ist die Angst, nur Standard zu sein, doch das ist niemand, wenn wir nur alle wir selbst wären. Individualität zeichnet sich nicht aus durch möglichst viele Narben, denn wenn wir wirklich Schmerz empfinden, denken wir nicht daran, ihn als Statement zu benutzen. Wir müssen echt sein. Es darf nicht peinlich sein, sein Glück zu leben, selbst wenn wir allein, vor Freude schreiend durch die Gassen tanzen, anstatt all die Momente zu verpassen. Wenn wir unser Inneres verschließen und nur Hüllen durch den Alltag hetzen, laufen wir weiterhin am Leben vorbei, bis es dann endet. Ist das wirklich der Sinn?