"Wenn Freunde nicht mehr sind, was sie mal waren,
wenn sie dir nichts mehr geben, vergiss ihre Namen.
Lieber Hass als gespielte Liebe,
ist alles was wir fühlen eine Lüge?
Es wird Zeit zu gehn."
(Onkelz - Zeit zu gehn)
Manchmal fühlen wir uns in einer einst vertauten Umgebung so fremd, als hätte sich schlagartig etwas in unserem Leben geändert, obwohl alles scheinbar gleich geblieben ist. Partiell veränderte Kleinigkeiten sammeln sich zu einem großen Klumpen an, der uns schlagartig überrollt, wenn wir seine Existenz bemerken. Diese sogenannten "Hymnen unserer Jugend" lösen Leere in uns aus. Wir haben gelacht und unser Leben gefeiert, doch uns bleiben lediglich Erinnerungen, die nie wieder Realität sein werden. Das allgegenwärtige Grau verschlingt die Farben, die uns mal zum leuchten brachten und wir brauchen ein paar neue Graffitidosen, um uns wieder bunt zu malen. Wenn die alten Lieder uns in tiefe Melancholie ziehen, suchen wir verzweifelt neue Songs im Radio, die uns wieder so glücklich machen. Auf der Suche nach der Vergangenheit, verpassen wir dann das Hier und Jetzt und wundern uns, weshalb unser Leben nur an uns vorbeigezogen ist. Wir müssen das ändern, es stoppen, diesen Hang zu Trauer und Melancholie. Sehnen uns am Ende nur nach Geborgenheit und Liebe, doch wir scheitern viel zu oft und es fehlt anschließend an Motivation, uns wieder hoch zu hangeln. Begehen immer die fatalsten Fehler, bei dem Versuch, alles richtig zu machen. Es wird nie alles perfekt sein, damit müssen wir uns abfinden und weiterlaufen, bis zu dem Punkt, an dem die Sonne mit gepackten Koffern vor unserem Herzen steht und um Einlass bittet. Wir müssen sie nur noch hinein lassen und genau dann sind wir bei uns selbst angekommen.
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