Montag, 19. November 2018

Apathie.

Millionen Songs, unendlich viele Zeilen, die dir sagen, dass du aufstehen kannst, dass du aufstehen musst und trotzdem knickst du ein bei jedem Wort. Millionen Faben, unendlich viele Nuancen, die alle schreien, dass du strahlen kannst, dass du strahlen musst und doch verblasst du bei jedem Blick auf diesen Regenbogen. Willst es in Worte fassen, sie schwirren durch deinen Kopf, doch du kannst sie nicht sortieren, sie nicht in die richtige Reihenfolge bringen. Deine Gedanken sind im freien Fall, du schwebst mit ihnen schwerelos über den Zeilen deiner Geschichte, die du schreiben willst. Alles in dir ist taub, kannst kaum spüren, wie sich deine Emotionen erbarmungslos in deinen Unterarm krallen, um dich aufzuwecken. Du suchst nach einem Gefühl, nach irgendetwas, dass sich nach Leben anfühlt, doch du greifst nur ins Leere. Jedes Wort, jeder Satz, jeder Ton, jeder Blick, der dich sonst berührt hat, scheint bedeutungslos. Alles um dich wirkt so klein, als würdest du aus dem Fenster eines Flugzeugs schauen und immer weiter nach oben steigen. 

Freitag, 16. November 2018

Ich sehe was, was du nicht siehst...

Du sagst, da ist etwas in meinem Blick. Du sprichst es aus und haust mich raus. Du sagst, da ist etwas in deinem Blick. Jetzt fällts mir auf, das wühlt mich auf. Angenommen du hast recht und das ist echt und angenommen da ist was dran, was bedeutet das dann? 
...

Kalte Regentropfen landen auf meinen Schultern. Ihr Aufprall ist wie eine laute Explosion in meinem Ohr, doch sie ist nicht laut genug, um deine Stimme zu übertönen. Kalte Regentropfen landen auf meinen Wimpern. Sie verschleiern meine Sicht, doch das reicht nicht aus, um dein Gesicht zu verwischen. Dein ausdrucksloses Gesicht brennt sich in meine Netzhaut ein und deine Worte sind Säure, die schmerzhaft durch meine Adern fließt und mich von innen auflöst. Du machst deine Wahrheit zu meiner und ich schaue dir kampflos dabei zu. Wir spielen "Ich sehe was, was du nicht siehst" in der Mitte einer Schnellstraße und die einzige Regel ist, dass du gewinnst. Du projezierst deinen inneren Film auf deine Umgebung und machst mich zum Statisten, doch du hast mir kein Drehbuch gegeben. Unsere Realitäten sind vielleicht nah beieinander, aber sie sind zwei Parallelen und werden niemals einen Schnittpunkt finden.
...

Weshalb denk ich drüber nach, sind doch nur Worte, doch sie halten mich wach, machen mich schwach. Ich solltes nicht glauben, solang ichs nicht sehe. Oder ist da etwas, das ich übersehe, einfach weil ich es nicht glauben will?

Montag, 12. November 2018

Du balancierst über den Abgrund in dir.

Du hast die Kraft verlor'n zu warten und zu raten, was die Taten letzter Nacht über dich sagen. Und du stellst dir tausend Fragen, die dich plagen schon seit Tagen und dich durch deine Träume jagen. Hast die Antwort nie gefunden und die Stunden ziehen Runden um die Wunden aus den Jahren, die dir deine Hoffnung nahmen, weil die Monster, die dich jagen dir in deinen Nacken schlagen. Sie reißen dich am Kragen, nehmen dir die Luft zum Atmen. Du versuchst dich anzusehen, dir nicht mehr aus dem Weg zu gehen, doch in deinen Tränen kannst du sehen, wie du scheiterst aufzustehen. Sie spiegeln dich verschwommen, du starrst sie an, bist ganz benommen und hast dabei kaum mitbekommen, dass sich noch was anderes spiegelt -
Als du es spürst und aus deiner Gedankendauerschleife erwachst, legst du ein neues Band ein, denn du bist noch hier, noch hast du den Kampf gegen dich selbst und den Abgrund in dir nicht verloren. Deine Kriegsverletzung sitzt vielleicht tief, aber wenn du die Blutung stoppst, bevor es zu spät ist, hast du noch eine Chance, verspiel sie nicht, verblute nicht, verlier dich nicht.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

#fuckyourfriendshipgoals

Der Moment, in dem du mich fassungslos machst, dich umgedreht hast und gedacht hast ich schaff's. Als du dachtest, ich steck das weg und als ich dachte es hat keinen Zweck, mich noch anzustrengen, dir nachzurennen, dir einen Grund zu nennen, denn du solltest mich kennen. Solltest erkennen, wie wir auseinander rennen, weil wir verbrennen. Ist mehr so'n Kältebrand, reden gegen ne Wand, nichtmal aneinander vorbei, wobei, ist irgendwie auch egal, jede Diskussion ist völlig banal, aber so aufgeladen, einfach emotional und unsere Worte brutal, jeder Vorwurf fatal für uns und was wir haben. Nach all den Jahren können wir kaum sagen, was wir voneinander haben, oder ob wir uns nur ertragen ohne zu hinterfragen: haben wir uns überhaupt noch irgendwas zu sagen?

Sonntag, 14. Oktober 2018

Bis die Nacht endet.

Ziehst durch die Clubs, bis sich die Clubs durch dein Leben ziehen wie ein roter Faden. Cuba Libre auf deinem Shirt, auf deinen Schuhen, auf deiner Seele. Die Musik so laut, dreht deinen Kopf endlich leise.
Letzte Kippe, letztes Lächeln, bis das Licht dich aus deiner Rolle holt. Bis sich das Drehbuch ändert. Bis die Stille wieder schreit.
Ein letztes Winken, bis die Taxirücklichter langsam verschwinden. Bis du in dir zerfällst. Bis der Boden unter dir einfach nachgibt und deine Maske an deinem Gesicht heruntertropft.
Musst dich ablenken, es wegdenken, dich wegdenken, bitte nur nicht nachdenken. Sprachnachricht, Straßenbahn, die letzten Schritte, bis du die Tür hinter dir schließt und in dein Bett fällst. Bis du dich an dein Armband kuschelst. Bis du endlich schlafen kannst.




Bis du ein paar Stunden später endlich wieder Halt hast.




Mittwoch, 3. Oktober 2018

Laufschuhe.

Irgendwas steht zwischen den Zeilen, zwischen unseren Wegen, unseren Blicken. Haben tausende Meilen hinter uns gebracht und nirgends ein zu Hause gefunden, weil kein Ort genug ist - Nichts ist genug. Gib mir mehr von der Welt, mehr vom Leben, mehr von dem Rausch, aber gib mich nicht auf, auch wenn ich immer weglaufen muss. Lass mich nicht gehen, geh mit mir solange du kannst und solange, bis ich endlich stehen bleiben kann. Bis ich endlich durchatmen kann. Bis ich es endlich ertrage, an einem Ort zu bleiben, weil das Spiegelbild im Gin immer gleich bleibt, egal wie weit ich laufe. Gib mir mehr von deiner Stärke, mehr von deinem Vertrauen in mich, bis ich mir endlich selbst vertrauen kann. Bis ich mir endlich in die Augen sehen kann. Bis ich endlich weiß, wer ich bin. Irgendwas steht zwischen unserem wir, zwischen dir und mir, weil du kaum noch die Kraft hast mir zu folgen. Weil du kaum noch zusehen kannst, wie ich erschöpft zusammenbreche, nur um kurz danach aufzustehen und wieder ziellos weiterzulaufen. Ich hoffe du holst mich ein und bringst mich nach Hause, der Ort an dem ich meine Laufschuhe für immer ausziehen kann.

Sonntag, 14. Januar 2018

Sprachlos.

Um mich so laut - plötzlich ein Satz, leises rauschen im Ohr. Zwischen dem guten alten "wird schon wieder" und "ich kann nicht mehr". Zwischen ja und nein, Verständnis und Wut. Um mich so leise, nur das Rauschen im Kopf, doch selbst das verstummt allmählich, so wie ich. Kaltes Prickeln im Hals, bis es alle Sinne raubt und die Betäubung löst. Kalter Rauch in den Lungen, bis das Nikotin das Zittern meiner Hand stoppt. Die Hand, die etwas zerbrechen will, so wie Worte Seelen brechen. Leichtes Zucken der Mundwinkel, wird zum maschinellen Lachen, so lange bis man glaubt, es wäre echt. Sprachloser Display, so sprachlos wie ich - du hättest sprachlos sein sollen.