Mittwoch, 13. November 2013

Lebensplaninfarkt - Der plötzliche Ausfall sämtlicher Träume, die wir je hatten.

"Du musst nur die Schule überstehen. Die Schule ist scheiße, wenn du nur ein kleines bisschen anders bist. Aber dann kommt die Uni und in der wirklichen Welt wirst du irgendwann deinen Platz finden." (George O'Malley, Grey's Anatomy, 02x13) 

Keiner weiß, wie lange genau es dauert, bis wir erkennen, wo genau dieser Platz ist. Vielleicht kommt er einfach so, ohne sich vorher anzukündigen. Möglicherweise übersehen wir auch nur die Zeichen. Im Endeffekt ist das alles auch egal, weil wir irgendwann ankommen werden, auch wenn wir jetzt noch nicht wissen was das Ziel sein wird. Ob die Uni nun der Ort ist, der uns einen Platz zuweist oder nicht, werden wir erst im Nachhinein erkennen können. Wir suchen uns neue Sicherheiten, bauen uns so etwas wie eine Übergangsfamilie auf, doch das Leben verläuft nicht gradlinig und wir werden immer wieder an einer Kreuzung landen, an der wir vollkommen allein in eine neue Richtung abbiegen werden. Wir müssen austesten, was uns erfüllt und unser Leben bestimmen soll. Es sind die Entscheidungen, bei denen es kein richtig oder falsch gibt, die uns innerlich aufwühlen. Niemand kann uns die Entscheidung abnehmen, was uns auf Dauer glücklich machen kann. Wir allein sind dafür verantwortlich und wir alle werden es schaffen. Auch wenn die Suche hart und der Weg lang sein wird, wartet irgendwo die Zielgerade auf uns. 

Sonntag, 3. November 2013

Gedanken vor dem Einschlafen

Es ist dieses warme Gefühl, dieses innere Lächeln. Die Möglichkeit, die letzte Rettung zu sein ist so faszinierend und trotzdem so beängstigend. Stehe an einer Wegkreuzung, die nur in zwei voneinander getrennte Richtungen führt. Die Entscheidung zwischen eigenem Glück und dem der anderen zerreist sämtliche Pläne, die ich jemals für mein Leben hatte. Der Wunsch von glücklicher Bilderbuchfamilie parallel zu erfolgreicher Karriere löst sich mehr und mehr auf, als hätte er nie existiert und alles was bleibt ist diese grausame Leere. Ein schwarzes Loch, das sich von meinen Gedanken ernährt. Wollen wir Leben retten oder ein eigenes führen? Ist das Lächeln erleichterter Patienten und Angehöriger oder das Lächeln unseres Kindes erfüllender? Ist der schreckliche Moment eines Herzstillstandes verkraftbarer als ein Job, der uns niemals ausreichen wird? Was, wenn die Kräfte einer Pro-/Kontraliste sich gegenseitig ausgleichen? Vielleicht ist es auch nur vergleichbar mit Tauziehen. Am Anfang erscheinen beide Seiten gleichstark zu sein, doch erst nach einer wechselnden Dominanz der Teams kristallisiert sich heraus, welche Seite ein längeres Durchhaltevermögen besitzt. Man sagt, irgendwann kommt alles so, wie es muss. Vielleicht ist es ja wahr und das Leben passiert einfach so während wir uns darüber den Kopf zerbrechen.