Mittwoch, 23. September 2015

Weil sich alles verändert und trotzdem gleich bleibt

Die Minuten vergehen und werden zu verstrichenen Jahren. Der Mensch ändert sich im Laufe seines Lebens. Jede Erfahrung, ob nun gut oder schlecht, formt unseren Charakter. Wir lassen Menschen gehen, die wir einst unendlich liebten, weil die neuen Formen nicht mehr zueinander passen. Wie beim Schlüssel-Schloss-Prinzip der Enzyme sind die jeweiligen Ecken und Kanten von Menschen dafür verantwortlich, ob sie zusammenpassen oder nicht. Doch wenn sich die Kanten abrunden oder stärker ausbilden, können Freundschaften zerbrechen, da sich die neuen Einzelteile nicht mehr zu einem Komplex zusammenfügen können. Wir können weinen, fluchen und schreien, doch all das nützt nichts. Das Leben trägt uns immer weiter und wir sind so glücklich in unserer neuen Umgebung, wie wir es in unserer alten waren. Jeder noch so schöne Moment endet und wird zu einem Teil unserer Erinnerung. Wenn wir uns im Jetzt befinden, glauben wir, dass es immer genauso sein wird, doch unser Weg wird uns immer wieder an den selben Augenblick zurückführen, in dem wir bemerken, dass alles anders geworden ist. Der Prozess ist langsam, er schleicht sich an uns heran und wir bemerken gar nicht, dass wir uns immer wieder schmerzhaft von einigen geliebten Menschen entfernen. Wenn wir nun krampfhaft versuchen, in die alte Welt zurück
 zu kehren, werden wir mit Trauer feststellen, dass wir uns dort plötzlich fremd fühlen.
Wir können die Zeit nicht mehr zurückholen, wir können sie nur für immer in unserer Erinnerung behalten. 


An dich:  Es tut mir leid. Du warst für mich nie nur eine Freundin, du warst eine Schwester, eine Seelenverwandte. Du kennst meine tiefsten Abgründe, meine Schwächen. Du hast mich gehalten, auch wenn du nicht bei mir warst. Der Gedanke an dich hat ausgereicht. Du warst immer die stärkere von uns beiden, obwohl du so viel ertragen musstest in all der Zeit. Ich habe dich so sehr geliebt, ich hätte alles dafür getan, um dich glücklich zu sehen. Du würdest all das hier wahrscheinlich lächerlich finden, dich fragen, wieso ich dir nicht einfach schreibe. Unsere Wege biegen in unterschiedliche Richtungen ab, aber ich werde dich immer lieben, ich hoffe einfach, dass du das weißt. Du wirst für immer unersetzbar bleiben. 
Zebra

Donnerstag, 5. Februar 2015

Der wertvollste Besitz.

Während wir damit beschäftigt sind, alles zu erreichen, erreichen wir am Ende nichts. Dieses Paradoxon zieht sich durch unser Leben wie ein roter Faden. Zwischen all den Dingen, die wir dick in unseren Kalendern eingetragen haben, vergessen wir unser Herz. Egal was wir tun, wir können uns nicht lösen von all den Pflichten, all den Träumen, all den Zielen. Sie heften an uns, sind immer da, auch wenn wir es nicht wollen. Das Leben um uns herum verschwimmt und wir schieben es auf den Schmutz, der auf den Kontaktlinsen klebt, doch von der Wahrheit sind wir meilenweit entfernt. Wenn wir erschöpft die Decke über den Kopf ziehen, zeigen wir allen "uns fällt die Decke auf den Kopf", doch am nächsten Tag wird sich nichts ändern. Wie unter Strom bauen wir unsere Pläne weiter aus und suchen nach noch mehr Dingen, die uns so glücklich machen und gleichzeitig so zerstören. Die Folgen sind nicht absehbar, denn es wird sich niemals ändern, dass wir Fehler erst dann erkennen, wenn es schon lange zu spät ist. Jede Nacht dieser Traum, irgendwann ganz oben anzukommen, an der Spitze, am Ende, am Glück - doch er verschweigt, dass wir dort oben nicht einfach bleiben können. Es gibt kein Ziel, es wird einfach weiter gehen, denn wir werden wieder einen höheren Berg sehen, den wir erklimmen wollen. Es wird den Punkt nicht geben, an dem es reicht - an dem sich Zufriedenheit in uns ausbreitet. Wir werden ewig auf der Suche sein und dabei vergessen, dass wir so niemals glücklich sein können. Es ist ein Karussell, das niemals stoppt. Wir drehen uns im Kreis und verlieren den Blick für uns selbst, bis unser Spiegelbild nicht mehr existiert.

- Doch du rettest mich Tag für Tag. Jeden Morgen, an dem ich neben dir aufwache und in deine strahlenden Augen sehe, hältst du mich auf dem Boden. Mit jedem Lächeln, das du mir schenkst, werde ich schlagartig ruhig. Ich habe begriffen, dass du ausreichend bist und alles andere, jeder Plan, jeder Traum, ist nur ein schöner Nebeneffekt, aber wird niemals das Gefühl ersetzen, in deinem Arm zu liegen. Selbst wenn ich hungernd unter einer Brücke mit dir verenden würde, wäre ich glücklich, solange deine Hand meine hält.