Mittwoch, 5. Februar 2014

Wenn unser Glück pausiert.

"Immer nach Monstern unterm Bett gesucht, aber fanden sie in uns selbst..." (Casper - 20qm)
Das einzig wahre Monster auf diesem Planeten ist der Mensch selbst. Wir selbst sind unser größter Feind und wir müssen uns dagegen wehren. Andere können uns nur zerstören, wenn wir es zulassen. Nähe kann uns Halt geben und uns trotzdem einen Augenblick später zu Fall bringen. Vertrauen ist eine Lebenslüge. Es wird früher oder später gebrochen, also dürfen wir an nichts festhalten, nur an uns selbst. Wir allein entscheiden, wohin unser Weg führen soll und es ist egal, wer uns begleitet. Je älter wir werden, umso besser begreifen wir, dass die Liebe nur eine Beilage ist auf einem gefüllten Teller. Sie soll die Optik verfeinern, das Gesamtbild optimieren, doch viele lassen sie auf ihrem Teller liegen. Am Anfang halten wir die Liebe für die Hauptspeise, das einzig Vollkommene, doch werden wir verletzt hassen wir sie und uns selbst. Genau das ist der Fehler, den wir wieder und wieder begehen. Ohne sie wäre der Lebensteller nur halb so bunt und sie gibt uns mehr Geschmack, denn das Auge isst bekanntlich mit. Wenn wir ihr nicht zu viel Wert beimessen, ist ihre Abwesenheit nicht unser Untergang und wir schätzen sie umso mehr, wenn sie ganz plötzlich einfach so da ist. Du hast dich entschieden zu gehen, mich, die Beilage auf dem leeren Teller zurückzulassen. Vielleicht kehrst du irgendwann zurück und bemerkst, dass man von allem etwas nehmen sollte, vielleicht findest du etwas, dass dir besser schmeckt oder du bleibst für immer ein Hauptgangtyp. Die Zeit wird irgendwann zeigen, ob unsere Speisekarten sich ergänzen oder doch nur im Weg stehen. Am Anfang war die Enttäuschung stark. Bittere Melancholie kann das innere Monster wecken und unseren Horizont schwärzen, verdunkeln. Doch wir müssen aufblicken und einfach weiter machen. Wir harmonieren ideal, doch das hat dir derzeit nicht gereicht. Doch wer liebt und trotzdem geht, ist vielleicht nicht für immer weg, selbst wenn Jahre vergehen, ist ein Kapitel noch nicht beendet, wenn keiner einen befriedigenden Schlusssatz zustande gebracht hat. Ich lasse dich gehen, doch ich bleibe deine Familie, deine Heimat, deine Stärke und Schwäche zugleich und das gute daran ist, dass du im Endeffekt auch bleibst. Finden wir nicht zurück, dann war es vielleicht nicht richtig, aber wenn doch, dann sind wir noch lange nicht verloren.

Dienstag, 4. Februar 2014

Wir sind Krieger in unserem eigenen Kampf

Sonnenschein hinter geschlossenem Fenster, lass ihn nicht rein. Ist so dunkel, kann kaum mehr einen Gedanken fassen, weil ich keinen sehe. Deine Augen verschwimmen vor mir. Erst haben wir ein Haus gebaut, mühsam und sorgfältig, doch als es stand, sahen wir plötzlich von weitem die immer näher kommende Abrissbirne. Sie rast auf uns zu doch verfehlt uns immer wieder. So knapp. Der Wunsch, es gäbe einen Gott, der uns schützt, ist sinnlos. Wir sind Realisten, geprägt von den bitteren Tränen des Lebens. Haben so oft Stärke bewiesen und Schmerzen ertragen, doch gegenseitig machen wir uns schwach. Konnten immer um alles kämpfen, doch bei dem Wort wir verfallen wir in schlagartige Panik. Es bleibt nur Hoffnung. Der Wille, es zu schaffen, bis wir daran innerlich verbluten, weil uns beiden nichts anderes bleiben würde, außer Leere. Unsere Abhängigkeit gepaart mit Freiheitsdrang und Autonomie ist wie der Versuch Wasser und Öl zu mischen. Wir landen immer wieder an einer Grenze, die wir überschreiten müssen. Doch wir sind stark genug. Wir sind so viel wertvoller, als all unsere Vorstellungen. Die Momente, wenn wir Hand in Hand mit dem Kopf durch die Wand laufen sind kein Zeichen von "es fehlt etwas", sondern lediglich der Beweis, dass selbst die Perfektion nicht perfekt ist. Unser Vertrauen ist ein Geschenk und unsere Liebe lässt uns schweben, damit wir das Leben aus einem Blickwinkel betrachten können, von dem wir vorher nie zu träumen wagten. Unter Garantie werden wir noch tausende Male an einen Punkt des Selbstzweifels gelangen und mit Sicherheit werden wir noch oft genug den anderen verfluchen, aber ein Weglaufen steht nicht mehr zur Debatte. Es ist wie Sekundenkleber, der unsere Herzen aneinander heftet.Wir müssten sie mit Gewalt voneinander losreißen und würden den größten Schaden unseres Lebens anrichten. Vielleicht ist es leichter nur für sich selbst Verantwortung zu tragen, doch es könnte niemals glücklich machen. Was auch immer geschieht, wir wissen, was die richtige Entscheidung wäre, doch ob wir sie treffen, kann niemand genau sagen.