"Immer nach Monstern unterm Bett gesucht, aber fanden sie in uns selbst..." (Casper - 20qm)
Das einzig wahre Monster auf diesem Planeten ist der Mensch selbst. Wir selbst sind unser größter Feind und wir müssen uns dagegen wehren. Andere können uns nur zerstören, wenn wir es zulassen. Nähe kann uns Halt geben und uns trotzdem einen Augenblick später zu Fall bringen. Vertrauen ist eine Lebenslüge. Es wird früher oder später gebrochen, also dürfen wir an nichts festhalten, nur an uns selbst. Wir allein entscheiden, wohin unser Weg führen soll und es ist egal, wer uns begleitet. Je älter wir werden, umso besser begreifen wir, dass die Liebe nur eine Beilage ist auf einem gefüllten Teller. Sie soll die Optik verfeinern, das Gesamtbild optimieren, doch viele lassen sie auf ihrem Teller liegen. Am Anfang halten wir die Liebe für die Hauptspeise, das einzig Vollkommene, doch werden wir verletzt hassen wir sie und uns selbst. Genau das ist der Fehler, den wir wieder und wieder begehen. Ohne sie wäre der Lebensteller nur halb so bunt und sie gibt uns mehr Geschmack, denn das Auge isst bekanntlich mit. Wenn wir ihr nicht zu viel Wert beimessen, ist ihre Abwesenheit nicht unser Untergang und wir schätzen sie umso mehr, wenn sie ganz plötzlich einfach so da ist. Du hast dich entschieden zu gehen, mich, die Beilage auf dem leeren Teller zurückzulassen. Vielleicht kehrst du irgendwann zurück und bemerkst, dass man von allem etwas nehmen sollte, vielleicht findest du etwas, dass dir besser schmeckt oder du bleibst für immer ein Hauptgangtyp. Die Zeit wird irgendwann zeigen, ob unsere Speisekarten sich ergänzen oder doch nur im Weg stehen. Am Anfang war die Enttäuschung stark. Bittere Melancholie kann das innere Monster wecken und unseren Horizont schwärzen, verdunkeln. Doch wir müssen aufblicken und einfach weiter machen. Wir harmonieren ideal, doch das hat dir derzeit nicht gereicht. Doch wer liebt und trotzdem geht, ist vielleicht nicht für immer weg, selbst wenn Jahre vergehen, ist ein Kapitel noch nicht beendet, wenn keiner einen befriedigenden Schlusssatz zustande gebracht hat. Ich lasse dich gehen, doch ich bleibe deine Familie, deine Heimat, deine Stärke und Schwäche zugleich und das gute daran ist, dass du im Endeffekt auch bleibst. Finden wir nicht zurück, dann war es vielleicht nicht richtig, aber wenn doch, dann sind wir noch lange nicht verloren.
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