Montag, 12. November 2018

Du balancierst über den Abgrund in dir.

Du hast die Kraft verlor'n zu warten und zu raten, was die Taten letzter Nacht über dich sagen. Und du stellst dir tausend Fragen, die dich plagen schon seit Tagen und dich durch deine Träume jagen. Hast die Antwort nie gefunden und die Stunden ziehen Runden um die Wunden aus den Jahren, die dir deine Hoffnung nahmen, weil die Monster, die dich jagen dir in deinen Nacken schlagen. Sie reißen dich am Kragen, nehmen dir die Luft zum Atmen. Du versuchst dich anzusehen, dir nicht mehr aus dem Weg zu gehen, doch in deinen Tränen kannst du sehen, wie du scheiterst aufzustehen. Sie spiegeln dich verschwommen, du starrst sie an, bist ganz benommen und hast dabei kaum mitbekommen, dass sich noch was anderes spiegelt -
Als du es spürst und aus deiner Gedankendauerschleife erwachst, legst du ein neues Band ein, denn du bist noch hier, noch hast du den Kampf gegen dich selbst und den Abgrund in dir nicht verloren. Deine Kriegsverletzung sitzt vielleicht tief, aber wenn du die Blutung stoppst, bevor es zu spät ist, hast du noch eine Chance, verspiel sie nicht, verblute nicht, verlier dich nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen