Freitag, 18. Januar 2013

Freitagabendsdepression

Und manchmal gibt es da diese Abende, an denen die Wolken die Sterne verdecken und die Welt draußen zu dunkel ist. Es ist diese Sehnsucht, die uns ausbrennt und unser Herz zu Asche zerfallen lässt. Die Musik klingt melancholisch, weil die Texte relevant werden und wir sie passend zu unserer Situation interpretieren. Das Wärmeheizkissen schenkt uns Wärme, doch ist nicht sie Nähe zu diesem Menschen, die wir so verzweifelt spüren wollen. Der Herzschlag ist ein lautes Pochen und jeder Atemzug klingt in der Stille so furchterregend. Einsamkeit macht sich breit und hüllt uns ein, wie die Decke, unter der wir uns verkriechen, weil wir uns für die Tränen schämen. Der salzige Geschmack auf den Lippen, der uns an jeden Moment erinnert, in dem wir das Glück gespürt haben. Die Hülle fällt und die schützende Eisschicht um unsere Gefühle schmilzt. Sämtliche Emotionslosigkeit entfernt sich und wirkt so lächerlich, weil wir uns nicht vor der Einsamkeit verstecken können. Das Gefühl ist nicht abstellbar, können nicht einfach auf die Stopptaste drücken, damit die Geschichte nicht weitergeht. Zwar ist uns bewusst, dass ein Happyend folgen wird, doch trotzdem weinen wir in der Konfliktsituation, wie bei einer romantischen Komödie. Ein Mix aus Glück und Tränen, dieses Zusammenspiel von unermesslicher Liebe und dem Gefühl, nicht ein Teil von Jemandem zu sein. Nur ein Bruchteil seines Lebens, jeder lebt seinen Alltag so als wäre der andere nicht existent und nur ein wundervoller Traum. Zu wenige Augenblicke, in denen die Welt verstummt, weil sich dieser schützende Arm um uns legt wie ein Pflaster, das alle Wunden verheilen lässt. Dieser Moment zwischen Kissenschlacht und Zärtlichkeit, dieser Kuss irgendwo zwischen "Alles wird gut" und "nichts bleibt uns für immer erhalten": Diese unschätzbare, kostbare Zeit. Dieser wertvolle Atem, ganz sanft auf der Haut. Das leise flüstern und das laute lachen. All das erscheint als Erinnerung, fühlt sich an wie ein Abschied auf Lebenszeit, auch wenn ich weiß, bald bist du wieder hier, doch bald ist relativ, bei uns viel zu lang. Sehnsucht nach einem Alltag, dem Frühstück im Bett mit dir, Tag für Tag bis ins Grab.

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