Bin gelaufen, eher gehetzt, durch die U-Bahn Station, durch die Menschenmenge. Stimmengewirr, lautes Lachen, verzweifeltes Weinen, im Hintergrund eine Mundharmonika. Und wie der Straßenmusiker so spielte und die Töne in mein Herz schossen, blieb auf einmal die Zeit stehen. Kein einziges Zucken mehr in den Augenlidern der Massen, kein einziger leiser Ton für den Bruchteil einer Sekunde. Als die Mundharmonika dann weiterspielte, die Kinder weiter lachten und die Hunde weiter bellten, schlug mein Herz plötzlich weiter. Es schlug, doch nicht mehr im selben Takt. Kein hetzen mehr, kein Sprint zur Bahn, auf einmal war es da, dieses Gefühl, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt. Sowas wie ein "Endlich hab ich Zeit." So ein bisschen "Um mich nur Nordlichter." Und vielleicht auch ein wenig Fallschirmsprung.
Während wir das Leben suchen, hetzen wir daran vorbei, aber manchmal gibt es genau diese Augenblicke. Dann ist da diese Stille.
Wir leben zu schnell und trotzdem zu wenig. Wir leben ohne zu erleben. Wir leben für alles, außer uns selbst. Manchmal brauchen wir diese Einsamkeit und ein wenig Ruhe, um uns selbst immer wieder neu kennenzulernen.
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